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Schnüffel-Alarm: „Web-Wanzen“ hebeln Kinderschutz im Internet aus

Schnüffel-Alarm: „Web-Wanzen“ hebeln Kinderschutz im Internet aus
| Redaktion

Kinder und Internet? Fast alle Eltern denken hier an Gefahren wie Gewalt, Mobbing und Pornografie. Sichere Alternativen suggerieren speziell auf die junge Zielgruppe ausgerichtete Angebote wie helles-koepfchen.de, kividoo.de oder spielaffe.de. Auf diesen bunten, harmlos erscheinenden Seiten erwartet niemand etwas Böses. Doch der Schein trügt, wie eine eBlocker-Studie aus dem Januar 2018 zeigt – von Kinderschutz im Internet kann hier absolut keine Rede sein!

Seiten für Kinder protokollieren Surfverhalten

Vielen Internetseiten spionieren kleine Besucher gnadenlos aus, bombardieren sie anschließend mit verlockender Werbung und beeinflussen sie gezielt. Beispiel helles-Koepfchen.de: Das selbsternannte Wissensportal für Kinder und Jugendliche verspricht pädagogisch und journalistisch hochwertige Inhalte und einen guten Überblick über das Angebot innerhalb der „Kinderseiten-Landschaft“. Siegel wie das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend suggerieren eine besondere Kindersicherung.

Tatsächlich verstecken sich auf der Seite jedoch unerwartete Gefahren in Form von 35 sogenannten „Web-Wanzen“ (englisch „Tracker“). Die verfolgen unsere Kinder mitunter sogar über mehrere Websites hinweg! Auch trackende Werbung und Like-Buttons tragen dazu bei, dass das Surfen der Seitenbesucher exakt protokolliert wird. Anhand verschiedener individueller Merkmale können Werbeunternehmen die Kinder eindeutig identifizieren und genaue Persönlichkeitsprofile gewinnen. Von Kinder- oder Jugendschutz also keine Spur, selbst eine gute Medienkompetenz der Kinder würde hier keinen Schutz bieten.

Bis zu 85 Datensammler pro Seite

Die Seitenbetreiber protokollieren alle gelesenen Artikel, angeschauten Videos und aufgerufenen Spiele und wissen schon bald sehr genau, mit wem sie es zu tun haben: Alter, Geschlecht, Vorlieben, Lernfortschritte, Entwicklungsstand – das surfende Kind hinterlässt unweigerlich seine persönliche Visitenkarte. Auch Dinge wie finanzieller Hintergrund, mögliche Lernschwächen oder soziale Probleme können so völlig transparent werden. Die erhobenen Daten landen häufig auf US-Servern mit ungeeignetem Datenschutz.

Die eBlocker-Untersuchung zeigt: helles-Koepfchen.de ist kein Einzelfall. Von zwölf geprüften Kinderseiten schnüffeln neun ihre kleinen Besucher aus, ergab die Quellcodeanalyse der jeweiligen Startseiten durch die eBlocker-Experten (Stand: 09.01.2018). Wenig aus Kinderschutz im Internet machen sich auch die Seiten spielaffe.de mit 85, toggo.de mit 25 und bravo.de mit 75 Web-Wanzen. So werden Kinder- und Jugendschutz ad absurdum geführt.

Kinderschutz im Internet: Auch positive Beispiele

Besonders heikel: Auf der Hälfte der geprüften Internetseiten werden Tracker von Werbenetzwerken wie doubleclick.net verwendet, das zum Google-Konzern gehört. Das ermöglicht nicht nur dem Webseitenbetreiber, sondern auch Dritten – nämlich dem Werbenetzwerkbetreiber – umfangreiche Einblicke in das Surfverhalten der jungen Besucher.

Es gibt daneben aber positive Beispiele für Kinderschutz im Internet. So erweist sich etwa das Angebot von blindeKuh.de datenschutztechnisch als rundum unbedenklich. Ebenfalls empfehlenswert in Sachen Kindersicherung: wdrmaus.de (3 Tracker) sowie kidsville.de (1 Tracker). Auch handelt es sich hier um harmlose Varianten, die keine Persönlichkeitsprofile erstellen.

Anzahl der Tracker und trackender Werbung auf den zwölf beliebtesten Kinderwebsites
Grafik: Anzahl der Tracker und trackender Werbung auf den zwölf beliebtesten Kinderwebsites, ermittelt über Quellcodeanalyse der jeweiligen Startseiten am 09. Januar 2018

Gefahren im Internet: Für Kinder oft nicht zu erkennen

Die Folge der Analyse des Surfverhaltens sind fragwürdige Werbeangebote in Form personalisierter Werbung. Gerade Kinder und Jugendliche reagieren darauf intensiv – sie sind neugierig, arglos und möchten häufig wissen, was hinter den Anzeigen steckt. Überdies erkennen sie viele Werbeformen nicht als Werbung. Unternehmen gelingt es so, das Verhalten von Kindern zielgerichtet zu beeinflussen und sie zum Kauf bestimmter Produkte zu drängen. Es lauern aber noch weitere Gefahren: Hinter den bunten Bannern können sich Betrüger verbergen. Gewinnspiele dienen allein zum Erheben persönlicher Daten, Gratisangebote entpuppen sich als Abofallen.

Werbefirmen können mit den über Internetseiten gesammelten Daten kräftig Kasse machen, wenn sie Persönlichkeitsprofile teuer weiterverkaufen. Aber welche Eltern wollen schon, dass profitorientierte Unternehmen alles über ihre Kinder wissen?

Mangelnder Kinderschutz im Internet ist leider legal

Das Schockierende: Diese Praktiken sind keineswegs verboten und sie funktionieren auf jedem internetfähigen Endgerät vom Computer über die Spielekonsole bis zum Tablet. Persönlichkeitsprofile von Kindern und Jugendlichen – wie von jedem anderen Internetnutzer auch – dürfen kommerziell verwertet werden.

Aus Sicht von Anti-Tracking-Experte und Initiator der Studie Christian Bennefeld ist das ein Skandal. Sein Appell in Sachen Kindersicherung: „Eltern müssen nicht nur überprüfen, was die Kinder mit den Medien machen. Sondern auch, was die Medien mit ihren Kindern machen.“ Andere Länder sind da längst weiter: In den USA ist das Tracken der Onlineaktivitäten von Kindern unter 13 Jahren bereits seit 2013 verboten. Bei uns genießen die Datenschnüffler dagegen noch freie Bahn.

Blockieren von Datensammlern und Schutz für Ihre Familie

Wer das Datnsammeln auf jedem internetfähigen Gerät im Haushalt blockieren will, steht vor einer fast unmöglichen Mammutaufgabe. Plug-ins oder VPN-Programme funktionieren beispielsweise nicht auf Smart TVs, Spielkonsolen oder IoT-Geräten (IoT = Internet of Things) und sind für die jüngeren Kinder zu kompliziert. Der eBlocker macht alles ganz einfach.

Angeschlossen an das Heimnetzwerk, anonymisiert das smarte Gerät das Online-Verhalten Ihrer Familie auf allen internetfähigen Geräten im System. Neben dem Computer schützt er auch Tablets, Smart TVs, Spielekonsolen und IoT-Geräte, für die es kaum andere Möglichkeiten des Datenschutzes gibt.

Darüber hinaus sperrt der eBlocker zuverlässig alle Datensammler und datenerfassenden Werbung. Dank dieser Kombination bietet der eBlocker Schutz für die ganze Familie – ganz ohne Software-Installation.

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