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Was weiß das Internet über mich?

Was weiß das Internet über mich?
| Redaktion

Es hat sich inzwischen herumgesprochen: Wer im Internet surft, hinterlässt Spuren. Wie viele Spuren das sind, wie aussagekräftig sie sind und wie tief sie in unsere Privatsphäre eindringen – das ist dann doch überraschend und ziemlich beunruhigend. Dieser Artikel erklärt, was Sie bei einem ganz alltäglichen Ausflug ins Datennetz von sich preisgeben. Was weiß das Internet über mich? Was passiert bei Eingabe einer URL? Diese Fragen sollte sich jeder stellen, bevor er den Browser startet. Die Antworten gibt’s hier!

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Die Internetkommunikation basiert auf IP-Adressen, wobei IP für Internet Protokoll steht – dem Standard zum Datenaustausch. Die IP-Adresse besteht aus einer Ziffernfolge und ist die persönliche, vom Provider zugewiesene Internetanschrift, mit der Sie im Netz erreichbar sind und über die Sie Daten verschicken und empfangen. Computer können im Internet nur mit Hilfe dieser IP-Adressen kommunizieren.

Aber: Wenn Sie eine Webseite aufrufen wollen, geben Sie eine URL (Uniform Resource Locator) in den Browser ein – also mehr oder weniger den Namen der gesuchten Seite; etwa „google.de“. Wie kommt der Browser nun an die IP-Adresse, die er benötigt, um mit der gewünschten Seite zu kommunizieren?

Hier hat das Domain Name System oder kurz DNS seinen Auftritt. Die über die ganze Welt verteilten DNS-Server funktionieren wie eine Art Telefonbuch des Internets, da sie die Domain-Namen und die dazugehörigen IP-Adressen speichern. Ihr Browser schickt also als erstes eine Anfrage an einen DNS-Server, der die URL in eine IP-Adresse umwandelt und diese Ihrem Computer mitteilt. Erst dann kann Ihr Browser mit dem Server der angeforderten Webadresse kommunizieren.

1: DNS des Internet-Providers kennt Ihre Daten

Und jetzt ergibt sich bereits die erste Möglichkeit für eine unbekannte Partei, ein Profil von Ihnen anzufertigen: Der Domain Name Server erhält alle aus Ihrem Netzwerk aufgerufenen Domains, egal ob diese vom Smartphones, Tablets, Computern oder IoT-Geräten kommen. So kann der DNS also direkt ein Profil über alle von Ihnen aufgerufenen Domains bilden.

Da stellen sich gleich mehrere Fragen: Wo steht der DNS-Server, wem gehört er, wer erhält Ihre Daten? In der Regel betreibt Ihr Internetprovider solche DNS-Server und kennt alle aufgerufenen Domains. Denn auch bei verschlüsselter Übertragung zum Beispiel per „https://“ muss zuvor immer die IP-Adresse der Domain abgefragt werden. Und das geschieht stets unverschlüsselt in den sogenannten Metadaten – auch wenn der eigentliche Inhalt verschlüsselt wird.

2: Webseite kennt Ihre Daten

Beim Besuch einer beliebigen Webseite erhält diese ebenfalls Ihre IP-Adresse, damit Sie die Antwort des Servers erhalten. Zudem kann der Webseitenbetreiber erkennen, welche Unterseiten Sie auf der Seite abrufen, da jeder Seitenabruf in einer sogenannten Log-Datei landet. Vergleichbar mit dem Logbuch eines Schiffskapitäns, werden in der Log-Datei alle vom Webserver abgerufenen Daten festgehalten. So zum Beispiel, zu welcher Uhrzeit welche IP-Adresse welche URL aufgerufen hat.

Gleichzeitig übermittelt der Browser eine Browseridentifikation an den Webserver, den sogenannten User Agent. Die ist notwendig, damit der Webserver die Inhalte passend für Ihr Gerät und Ihren Browser anzeigen kann – zum Beispiel in der mobilen Version auf einem kleinen Bildschirm.

Die Internetseite beziehungsweise ihr Betreiber sieht also, welches Gerät mit welchem Browser zu welcher Uhrzeit und von welcher IP-Adresse auf sie zugreift, kann den gesamten Besuchsverlauf – alle aufgerufenen Seiten – leicht zusammenführen und ein Persönlichkeitsprofil bilden. Interessiert sich zum Beispiel der Besucher einer Nachrichtenseite eher für politische Neuigkeiten des rechten oder linken Flügels? So kann der Seitenbetreiber allein über die abgerufenen Seiten Rückschlüsse auf die Persönlichkeit des Nutzers ziehen.

Und: Bereits anhand der IP-Adresse lässt sich feststellen, in welchem Land, Region oder Bundesland, in welcher Stadt, ja sogar in welchem Stadtteil Sie wohnen.

Zudem ist der Internetseite Ihr Gerät bekannt, was wiederum Rückschlüsse auf Ihre Kaufkraft ermöglicht. Nutzen Sie ein hochpreisiges iPhone oder ein iPad, so lässt dies auf eine höhere Kaufkraft schließen als beispielsweise bei Nutzung eines Android Geräts oder Linux-PCs. Viele Websites wie beispielsweise expedia.de passen die Preise an das verwendete Gerät an, so dass Sie für das gleiche Hotel vielleicht mehr bezahlen als Ihr Nachbar.

Device Cloaking

3: Tracking-Systeme kennen Ihre Daten

Nun kommen die Anbieter von Tracking-Systemen ins Spiel, also professionelle Datensammler. Weltweit nutzen praktisch alle Webseiten sogenannte Tracking- oder Web-Analytics-Systeme, um das Verhalten der Besucher zu analysieren. Im Durchschnitt verwenden Webseiten 20 Tracker, wobei 70 und mehr Tracker auf einer Seite keine Ausnahme sind. Das Tracking funktioniert so: Der Betreiber eines Internetangebots fügt auf seiner Seite einen Tracking-Code des Datensammlers ein. Der Code weist Ihren Browser an, mit jedem Seitenaufruf auch Daten an den Tracker zu schicken. Dabei setzt der Tracker einen sogenannten Cookie, um Sie bei einem späteren Besuch wiederzuerkennen. Dies funktioniert auch webseitenübergreifend, sodass der Tracker alle Seitenabrufe von sämtlichen Domains erhält, die Sie aufrufen. So kann der Tracker ein genaues Persönlichkeitsprofil über Ihr Surfverhalten erstellen.

Die Begründung für das Tracking klingt zunächst einmal harmlos: Dadurch, dass der Betreiber statistische Informationen zum Besuchsverlauf erhält, soll Ihr Surferlebnis auf seinen Seiten verbessert werden.

Die meisten Internetseiten wollen Geld verdienen, und dies tun sie in der Regel über Werbung. Wenn die Seite nun Werbung verkauft, bindet sie einen Code von einem Werbeserver ein. Dieser sogenannte Adserver ist eine Art Anzeigenverwaltungssystem, das die Werbung ausliefert und unter anderem misst, wie oft eine Anzeige angesehen und angeklickt wird. Ihr Browser bekommt durch den Code des Adservers die Anweisung, ein Bild zu holen – zum Beispiel ein Banner für Werbung. Der Adserver erhält dabei Ihre IP-Adresse und Informationen über die besuchte Seite – also ebenfalls Informationen, die sich wie beim Tracking zur Profilbildung nutzen lassen.

Wir erinnern uns: Über die Log-Datei sieht nur der Webseitenbetreiber Ihre IP-Adresse und die aufgerufenen Seiten. Ein Tracking-Code übermittelt dagegen Daten über Ihr Surfverhalten auch an eine fremde dritte Partei wie einen Tracking-Server oder Adserver, der wiederum viele Kunden – sprich: Internetseiten – hat. Auf diese Weise lassen sich webseitenübergreifende Nutzerprofile bilden. Und spätestens hier wird’s gefährlich: Das Zusammensetzen einzelner, für sich genommen harmloser Informationen ermöglicht es, ein Persönlichkeitsprofil über Ihr gesamtes Verhalten im Internet zu bilden.

Das Analyse-Tool Google Analytics ist beispielsweise auf mehr als 80 Prozent aller Webseiten weltweit installiert! Und jeder Webseitenbesuch, egal ob zum Thema Einkaufen, Nachrichten, Politik, Religion oder Sex, wird zu einem einzigen Persönlichkeitsprofil kombiniert. Und wenn Sie ein Google Konto besitzen, weiß Google auch genau wer Sie sind, wo Sie wohnen und welche Geräte Sie besitzen. Das Perfide: Durch das Setzen des Hakens bei „Datenschutzbestimmungen akzeptieren“ haben Sie zugestimmt, dass Google alle Internetaktivitäten auf Ihre Person bezogen speichert. Wer glaubt im Internet anonym zu surfen, irrt also gewaltig.

Die Antwort auf die Frage, was weiß das Internet über mich, lautet also: viel mehr als Ihnen lieb ist! Wollen Sie diese Informationsflut unterbinden, müssen Sie aktiv werden. Ihre IP-Adresse zu anonymisieren, dass reicht nicht aus. Um Ihre Privatsphäre im Netz wirklich effektiv zu schützen, müssen Sie auch alle Tracking-Dienste, Werbeserver und Datensammler blockieren. Die clevere Lösung dafür ist der eBlocker. Das Gerät verbirgt Ihre IP-Adresse, stoppt die Datensammler und blockt zudem Werbung – praktischerweise für alle Internetgeräte in Ihrem Heimnetzwerk und ganz ohne komplizierte Software Installation.

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